Belegmanager vs. sevDesk – Vergleich für österreichische KMU
Belegmanager oder sevDesk? Wer bucht, was nach dem Aktionspreis kostet und wie deine Belege zur Kanzlei kommen – der ehrliche Vergleich für Österreich.
Von Markus Hubinger · 2. September 2026
sevDesk ist eine der bekanntesten Buchhaltungssoftwares im deutschsprachigen Raum. Viele österreichische Unternehmer stoßen darauf, wenn sie ihre Belegerfassung digitalisieren wollen. Die beiden Tools lösen aber unterschiedliche Aufgaben, und genau das entscheidet, welches für dich passt.
Der Kern in einem Satz: sevDesk ist Buchhaltungssoftware, mit der du selbst buchst. Der Belegmanager sammelt deine Belege, ordnet sie den Zahlungen zu und übergibt sie an deine Kanzlei. Gebucht wird dort, im gewohnten BMD oder RZL.
Der Vergleich auf einen Blick
Stand September 2026, alle Preise netto.
| Belegmanager | sevDesk | |
|---|---|---|
| Wer bucht? | Deine Kanzlei, in BMD oder RZL | Du selbst, in sevDesk |
| Übergabe an die Kanzlei | Monatspaket, dazu eigener RZL-Export | Export im DATEV-Format |
| Belege per E-Mail | Eigenes Postfach einmal anbinden, wird laufend abgeholt | Weiterleitung an eine sevDesk-Adresse, nur vom registrierten Absender |
| Belege per WhatsApp | Ja | Nein |
| Rechnungen aus Online-Portalen | Add-on um 3,99 € pro Portal und Monat | Nur über GetMyInvoices mit eigenem Abo |
| Bankanbindung & Zuordnung | Ja | Ja |
| UVA & E/A-Rechnung selbst erstellen | Nein, das macht deine Kanzlei | Ja |
| Rechnungen schreiben | Nein | Ja |
| Preis im Jahresabo | 29,90 €/Monat, ohne Aktionsrabatt | Tarif „Buchhaltung“: 22,90 €/Monat Listenpreis, im ersten Vertragszeitraum mit Aktionsrabatt |
| Einrichtung | Persönliche Unterstützung inklusive | Einrichtungstermin 49 € |
Warum der Belegmanager für die meisten Betriebe mit Steuerberater die bessere Wahl ist
Du musst nicht buchen lernen und deine Kanzlei muss ihr Programm nicht umstellen. Belege kommen automatisch aus deinem Postfach, per WhatsApp und aus Portalen herein, statt dass du jede Rechnung weiterleitest. Am Monatsende prüft der Belegmanager, ob alles vollständig ist, und sperrt den Monat. Der Preis bleibt vom ersten Tag an derselbe.
Was sevDesk genauso gut kann
Fairerweise gleich vorweg: Einige Punkte sind kein Argument gegen sevDesk. sevDesk hat eine Bankanbindung und ordnet Zahlungen automatisch den Belegen zu. Es gibt eine österreichische Version mit UVA, E/A-Rechnung und Kassabuch, und es gibt eine mobile App.
Wenn du deine Buchhaltung selbst machen willst, ist sevDesk dafür gebaut. Außerdem kannst du damit Rechnungen schreiben, was der Belegmanager nicht anbietet.
Wo der Belegmanager vorne liegt
Belegerfassung ohne Weiterleiten
Bei sevDesk kommen E-Mail-Belege nur per Weiterleitung an die sevDesk-Autobox an, und zwar nur von der Adresse, mit der du registriert bist. Das heißt: Jede Rechnung, die in deinem Postfach landet, musst du selbst weiterschicken.
Beim Belegmanager bindest du dein Postfach einmal an. Danach holt er Rechnungen laufend selbst ab. Belege aus Online-Portalen (Amazon, Telekom, Versicherungen) kommen über ein Add-on um 3,99 € pro Portal und Monat dazu. sevDesk erreicht Portal-Rechnungen nur über den Drittanbieter GetMyInvoices, für den du ein eigenes Abo brauchst. Und Kassenzettel fotografierst du einfach und schickst sie per WhatsApp.
Die Übergabe an deine Kanzlei
sevDesk exportiert im DATEV-Format, dem Standard deutscher Kanzleien. In Österreich arbeiten die meisten Steuerberater mit BMD oder RZL.
Beim Belegmanager bekommt deine Kanzlei jeden Monat ein fertiges Paket mit allen Belegen und bucht damit wie bisher. Für RZL gibt es zusätzlich einen eigenen Export. Du musst also nicht mit deiner Kanzlei verhandeln, welches Format sie annimmt.
Ein sauberer Monatsabschluss
Der Belegmanager prüft jeden Monat, ob zu jeder Zahlung ein Beleg da ist. Erst wenn alles vollständig ist, wird der Monat abgeschlossen und gesperrt. So bekommt deine Kanzlei keine halben Unterlagen und du keine Rückfragen drei Monate später.
Was kostet sevDesk wirklich?
Auf den ersten Blick ist sevDesk günstiger. Im Jahresabo kostet der Tarif „Buchhaltung“, den du für Belegerfassung und Bankanbindung brauchst, 22,90 € pro Monat, beim Belegmanager sind es 29,90 €. Zwei Dinge solltest du beim Vergleich aber wissen:
1. Der beworbene Preis ist ein Aktionspreis. sevDesk wirbt mit bis zu 50 % Rabatt. Der Tarif „Buchhaltung“ steht dann mit 9,95 € pro Monat auf der Preisseite. Der Rabatt gilt aber nur im ersten Vertragszeitraum. Danach zahlst du den Listenpreis von 22,90 €, also mehr als das Doppelte, und die Vertragsbindung läuft weiter. Rechne deshalb immer mit dem Preis ab dem zweiten Jahr. Beim Belegmanager gibt es keinen Aktionspreis: 29,90 € im Jahresabo oder 39,90 € monatlich kündbar, von Anfang an.
2. Manches kostet bei sevDesk extra. Für unseren Vergleich relevant sind der Einrichtungstermin um 49 € und das GetMyInvoices-Abo für Portal-Rechnungen. Beim Belegmanager ist die persönliche Einrichtung inklusive. Andere Zusatzmodule von sevDesk, etwa Zeiterfassung (4,90 €) oder Inventar (19,90 €), betreffen Funktionen, die der Belegmanager gar nicht anbietet. Die zählen wir deshalb nicht dazu.
sevDesk hat auch einen Gratis-Tarif
Damit kannst du bis zu drei Rechnungen pro Monat schreiben. Belegerfassung und Bankanbindung sind darin nicht enthalten.
Wann passt welches Tool?
sevDesk passt, wenn…
- du deine Buchhaltung selbst machen willst, inklusive UVA und E/A-Rechnung
- du mit derselben Software auch Rechnungen schreiben willst
- du keinen Steuerberater hast oder deine Kanzlei mit DATEV-Daten arbeitet
Der Belegmanager passt, wenn…
- deine Kanzlei bucht und mit BMD oder RZL arbeitet, wie bei den meisten österreichischen Betrieben
- du Belege nicht einzeln weiterleiten, sondern automatisch einsammeln lassen willst
- du Kassenzettel unterwegs per WhatsApp schicken willst
- du einen fixen Preis ohne Aktionsrabatt und ohne späteren Preissprung willst
Häufige Fragen
Kann ich sevDesk mit meinem österreichischen Steuerberater nutzen?
Ja. sevDesk exportiert im DATEV-Format. Frag vorher bei deiner Kanzlei nach, ob sie damit arbeiten kann, wenn sie BMD oder RZL verwendet.
Wird sevDesk nach dem ersten Jahr teurer?
Wenn du mit Aktionspreis eingestiegen bist, ja. Der Rabatt gilt nur im ersten Vertragszeitraum, danach zahlst du den Listenpreis. Beim Tarif „Buchhaltung“ im Jahresabo sind das 22,90 € statt 9,95 € pro Monat.
Ist sevDesk günstiger als der Belegmanager?
Beim reinen Listenpreis ja: 22,90 € gegenüber 29,90 € im Jahresabo. Dafür buchst du bei sevDesk selbst, leitest E-Mail-Belege einzeln weiter und zahlst Einrichtung und Portal-Anbindung extra.
Fazit
sevDesk ist eine gute Wahl, wenn du selbst buchen und Rechnungen schreiben willst. Wenn deine Kanzlei für dich bucht, brauchst du etwas anderes: eine Belegerfassung, die Belege automatisch einsammelt, den Zahlungen zuordnet und vollständig an deinen Steuerberater übergibt. Genau dafür ist der Belegmanager gebaut. Deine Kanzlei bucht weiter in BMD oder RZL und du zahlst jeden Monat denselben Preis.
Mehr Details findest du auf unserer Seite sevDesk Alternative für Österreich. Nutzt deine Kanzlei BMD, lohnt sich auch ein Blick in unseren Vergleich Belegmanager vs. BMD COM. Wie die Übergabe an die Kanzleisoftware abläuft, steht auf der Seite Integrationen.
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