Ratgeber · 6 min Lesezeit

Belegmanager vs. BMD COM – was passt zu deinem Betrieb?

Belegmanager und BMD COM im Vergleich: Was ist der Unterschied, wie spielen sie zusammen – und was braucht ein KMU-Inhaber wirklich?

Von Markus Hubinger · 9. Juni 2026

„Brauche ich jetzt Belegmanager oder BMD COM?" – Diese Frage stellen uns viele österreichische Unternehmer. Die Antwort überrascht meistens: Es ist kein Entweder-oder. Die beiden Tools lösen unterschiedliche Probleme – und arbeiten am besten gemeinsam.

Was ist BMD COM?

BMD ist die in Österreich meistgenutzte Kanzleisoftware. Steuerberater und Buchhalter arbeiten täglich damit – für Buchhaltung, Lohnverrechnung und Jahresabschlüsse. BMD COM ist die Mandantenplattform dazu: ein digitaler Kanal, über den Unternehmen Belege hochladen und mit der Kanzlei kommunizieren können.

Kurz gesagt: BMD COM gehört dem Steuerberater. Er richtet es ein, er bezahlt es, er arbeitet damit. Als Mandant bekommst du Zugang – aber das System dreht sich um die Kanzlei, nicht um dich.

ℹ️

BMD COM in Zahlen

BMD COM gibt es in vier Paketen ab €1/User/Monat, zuzüglich einer Plattformgebühr von €49/Monat. Es ist Teil des BMD-Ökosystems – funktioniert also nur dann sinnvoll, wenn dein Steuerberater BMD nutzt.

Was ist Belegmanager?

Belegmanager ist eine österreichische Lösung für die digitale Belegverwaltung – entwickelt für Unternehmer, nicht für Steuerberater.

Das Ziel: Alle Belege – Eingangsrechnungen, Kassenzettel, Ausgangsrechnungen – werden automatisch erfasst, per OCR ausgelesen und den passenden Bankbuchungen zugeordnet. Am Monatsende gibt es ein sauberes Export-Paket für den Steuerberater: buchungsfertig, strukturiert, ohne Rückfragen.

Belegmanager funktioniert mit allen österreichischen Banken via PSD2 und exportiert in die Formate BMD, RZL und FreeFinance – unabhängig davon, welche Software deine Kanzlei verwendet.

Der entscheidende Unterschied: Wer nutzt was?

Die Frage ist nicht „welches Tool ist besser", sondern „wer sitzt eigentlich am Steuer?"

BMD COM ist das Werkzeug deines Steuerberaters. Er entscheidet, ob er es einsetzt. Er richtet es ein. Du als Unternehmer bekommst einen Zugang und kannst Belege hochladen – aber das Matching, die Verbuchung und der Abschluss passieren auf Kanzleiseite.

Belegmanager ist dein Werkzeug als Unternehmer. Du hast die volle Übersicht: welche Belege erfasst sind, welche noch fehlen, wie der aktuelle Monat aussieht. Die Zuordnung von Beleg zu Bankbuchung passiert automatisch – mit einer Trefferquote von über 80%.

Das sind zwei verschiedene Rollen im selben Prozess.

Wie Belegmanager und BMD COM zusammenspielen

Hier liegt das entscheidende Missverständnis: Belegmanager ist kein Ersatz für BMD COM. Belegmanager ist die Vorstufe.

Der typische Workflow sieht so aus:

  1. Belege erfassen – per WhatsApp-Foto, E-Mail-Weiterleitung oder direktem Upload im Belegmanager
  2. Automatische Zuordnung – Belegmanager liest Daten per OCR aus und verknüpft Beleg mit passender Bankbuchung
  3. Monatsabschluss mit einem Klick – sauberes Export-Paket im BMD-Format wird generiert
  4. Übergabe an den Steuerberater – die Daten werden in BMD COM hochgeladen und sind dort sofort buchungsbereit

Das Ergebnis: Dein Steuerberater bekommt perfekt vorbereitete Daten, egal ob er BMD, RZL oder eine andere Software nutzt. Und du sparst die Stunden, die früher für Suchen, Sortieren und Scannen draufgegangen sind.

Wann macht BMD COM allein Sinn?

BMD COM macht als alleiniges Tool Sinn, wenn:

  • Dein Steuerberater BMD nutzt und den Upload selbst koordiniert
  • Du hauptsächlich fertige Dokumente mit der Kanzlei austauschen möchtest
  • Die Kanzlei die Einrichtung übernimmt und dich vollständig begleitet

In diesem Fall ist BMD COM ein guter Kommunikationskanal. Aber: Die eigentliche Belegvorbereitung – Erfassen, Zuordnen, Strukturieren – übernimmt auch BMD COM nicht automatisch für dich als Unternehmer.

Wann ist Belegmanager die richtige Ergänzung?

Belegmanager macht als Ergänzung Sinn, wenn:

  • Du selbst die Kontrolle über deine Belegverwaltung haben möchtest
  • Die automatische Bankzuordnung dir jeden Monat mehrere Stunden spart
  • Du strukturierte, buchungsfertige Daten an den Steuerberater liefern möchtest
  • Dein Steuerberater kein BMD nutzt oder du wechseln möchtest
💡

Gut zu wissen

Belegmanager und BMD COM schließen sich nicht aus. Viele Betriebe nutzen Belegmanager für die automatische Vorbereitung – und liefern das fertige Export-Paket dann über BMD COM an die Kanzlei. Die Kombination macht den Prozess auf beiden Seiten effizienter.

Fazit: Zwei Tools, ein Ziel

BMD COM und Belegmanager sind keine Konkurrenten. BMD COM ist das Arbeitswerkzeug deines Steuerberaters. Belegmanager ist dein Werkzeug als Unternehmer – für saubere, automatische Belegvorbereitung, die direkt in jedes österreichische Buchhaltungssystem passt.

Wer beides kombiniert, hat den reibungslosesten Buchhaltungsworkflow den ein österreichisches KMU haben kann: automatisierte Erfassung auf Unternehmerseite, saubere Übergabe an die Kanzlei – ohne Rückfragen, ohne Sucherei, ohne Papierberge.

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